Zwei Ikonen der heimischen Szene(n), der Jazzsaxophonist Florian Bramböck und der Metal-Gitarrist Klaus Schubert, haben sich für das Album Jazz//Metal zusammengetan. Das hört sich auch live gut an.
In den 1980er-Jahren habt ihr beide auch schon Musik gemacht: Klaus Schubert in der Heavy-Metal-Band NoBros, Florian Bramböck in der Jazzband Anaconga. Wäre damals eine Zusammenarbeit denkbar gewesen?
Klaus Schubert Sicher nicht!
Florian Bramböck Unmöglich – wir mit einem Rocker!
Ihr habt aber beide schon immer ausgegrast in andere Gefilde.
FB Ja, ich habe klassische Musik komponiert, Blasmusik geschrieben, war in verschiedenen Bands. Klaus hingegen wollte von Anfang an Rockstar werden.
KS Meine Projekte hatten immer mit Rock zu tun, allenfalls war Blues dabei oder ein bisschen Klassik.
Wie seid ihr dann doch zusammengekommen?
KS Markus Linder hat mich gefragt, ob ich beim New Orleans Festival mit Florian und Franz Posch einen Blues spielen würde – und ich habe ihn gefragt, ob er einen Vogel hat (lacht). Aber dann haben wir es doch gemacht, und es war der Wahnsinn! Wir haben danach noch bei Straßenkonzerten in der Altstadt zusammengespielt und irgendwann beschlossen, wir machen ein Album: Jazz//Metal.
Jeder von euch hat Stücke komponiert – Florian nach Noten, Klaus an der Gitarre – und dem anderen gegeben, um daran weiterzuarbeiten. Wie wurden gemeinsame Songs daraus?
KS Jeder konnte beim anderen eingreifen. Das ist ja das Schöne bei Rockmusik: Wir können machen, was wir wollen.
FB Klaus hat seine Grooves bei Andy Marberger im Studio eingespielt, ich habe daheim am Computer Demos erstellt. Dann haben wir geschaut, was wir zu den Ideen des anderen dazumachen können. Im Studio wurde alles übertragen, und so haben wir nach und nach die wichtigen Instrumente aufgenommen …
… auch mit einer ganzen Reihe von Gästen: Wolfgang Puschnig, Franz Hackl, …
FB …, Willi Langer, ein äußerst profilierter E-Bassist, Peter Legat von Count Basic, Christian Wegscheider und viele andere.
KS Wir haben ihnen den Basic Track geschickt, sie haben in ihren Studios ihre Stimmen aufgenommen und der Toningenieur hat dann alles zusammengefügt.
Wie bringt man so ein Projekt auf die Bühne?
KS Ende September ist ein Konzert in Telfs, das wird rockiger, da übernehme ich das Kommando, im Haus der Musik Innsbruck im Februar wird es jazziger, da bin ich der Gast.
FB Wir treten in Innsbruck mit einer anderen Rhythmusgruppe auf, unter anderem mit Schlagzeuger Christoph Pfister und Bassist Benny Lampert. Außerdem spielt Frajo Köhle Gitarre, Alexander Kuttler Trompete und Gerald Walser Klavier. Die spielen mit mir im ersten Teil auch die schwierigeren Jazzsachen. Im zweiten Teil wird es dann rockiger. Als Sänger sind Denise Beiler und Walter Stuefer dabei, das wird eine kleine, aber klasse Band.
FRAGEN Wolfgang Laubichler
BILD Hostek
JAZZ IM HDM: FLORIAN
BRAMBÖCK & KLAUS
SCHUBERT
Jazz triff t auf Metal
FR / 7.2.25
Beginn 20.00 Uhr. Großer Saal.