Astoria
Astoria © Günther Egger

Astoria

Premiere am 11.05.2019
Samstag 18.05. 19:30
Ort: Kammerspiele
Kategorie: Schauspiel
Preise €: 27

ausverkauft

Schauspiel von Jura Soyfer

Stückeinführung eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Foyer Kammerspiele

Mitwirkende

Elke Hartmann , Regie
Alexia Engl , Bühne & Kostüm
Jakob Köhle , Musik
Stefan Riedl  (HUPKA, Landstreicher)
Kristoffer Nowak  (PISTOLETTI, Landstreicher)
Sara Nunius  (GRÄFIN GWENDOLYN)
Jan Schreiber  (GRAF LUITPOLD)
Raphael Kübler  (JAMES, der Butler)
Thomas Michael Hospes  (EIN GENDARM / LORD R. / PARTEI NR. 23687)
Ulrike Lasta  (LADY P. / HORTENSIA, alte Prostituierte)
Marion Fuhs  (GROSSFÜRSTIN ANASTASIA M. / ROSA, eine angehende Prostituierte)
Philip Henry Brehl  (G. B. SHAW / PAUL, Landstreicher)
Ensemble  (STIMMEN / PARTEIEN IM PASSAMT)
Jakob Köhle  (Musiker)
Veranstalter Tiroler Landestheater Innsbruck
Astoria
Astoria © Günther Egger

Die beiden Sandler Hupka und Pistoletti trennen sich zu Winterbeginn, um ein brauchbares Quartier für die kalte Jahreszeit zu finden. Während Pistoletti auf einen längeren Aufenthalt in einem Spital spekuliert, erhofft sich Hupka durch ein kleines Vergehen eine milde Gefängnisstrafe. Doch als er die Gräfin Gwendolyn trifft, die für ihren altersschwachen Gatten einen ganzen Staat kaufen will, gerät Hupka in immer absurdere Situationen: Der Staat Astoria, den er aus Jux erfindet, bekommt zunehmend Gestalt, erhält eine eigene Bürokratie, eine Währung, eine Armee – wenn auch nur auf dem Papier. Und immer, wenn Hupka denkt, der Schwindel müsste auffliegen und die Blase platzen, wird Astoria für mehr und mehr Menschen Realität.

Der jüdisch-russische Emigrant Jura Soyfer wurde nach der blutigen Niederschlagung eines Arbeiteraufstandes und dem Brand des Justizpalastes in Wien im Juli 1927 zum politischen Autor. Im Kabarett der Sozialdemokratischen Partei und in der Arbeiter-Zeitung engagierte er sich gegen Faschismus und Rassismus. Nach 1934 verfasste er für Wiener Kleinkunstbühnen propagandistische Volksstücke, die mit revueartigen Elementen versetzt waren – wie in Broadway-Melodie 1492 (UA 1937) – und an das österreichische Volkstheater in der Nachfolge Nestroys anknüpften – so wie Astoria (UA 1937). 1938 wurde Soyfer bei der Flucht aus Österreich verhaftet; er starb im Konzentrationslager Buchenwald an Typhus.

Butler James: "Astoria ist uns strahlend erstanden als die konsequenteste Vollendung des modernen Staatsgedankens: der Staat an und für sich; der Staat, befreit von allen Nebenerscheinungen; der Staat, reduziert auf den Staatsapparat!"