Joseph Bastian
Joseph Bastian   © Astrid Ackermann

.....- BREATH – SOUFFLE – ATEM – RESPIRO – ANAPNOI - ……

"Die Luft zu Atmen"

Termin:
Sonntag 13.06.21
Beginn 20.00

Ort: Großer Saal
Kategorie: Neue Musik

Preis €:  
20
Ermäßigungen im Webshop & an der Kassa

Programm:
Mathilde Wantenaar Fanfare to break the silence
Georg Friedrich Haas … über den Atem, die Stille und die Zerbrechlichkeit …. Versuch für 7 Blechblasinstrumente
Iannis Xenakis Khal Perr
Georg Friedrich Haas - I can´t breathe
Arvo Pärt Arbos
Mathilde Wantenaar Fanfare to break the silence
Mitwirkende:
Windkraft - Kapelle für Neue Musik
Joseph Bastian , Dirigent
Patrik Hofer , Trompete
Christoph Rohrbacher , Moderation
Veranstalter:
Windkraft - Kapelle für Neue Musik
Joseph Bastian
Joseph Bastian © Astrid Ackermann

Die Himmlische Stadt 2021 – Konzerte Nr. 1

Können wir wieder aufatmen? „Die Luft zu Atmen“ rückt im ersten Konzert des Bläserensembles Windkraft nach dem Lockown  in den Fokus. Kasper de Roo, dessen künstlerischer Leiter, hat dazu gleich zwei eindrucksvolle Kompositionen von Georg Friedrich Haas ausgewählt. „I can´t breathe“ greift die letzten Worte des Afroamerikaners Eric Garners auf, der im Würgegriff eines Polizisten erstickte. „Die Täter“ schreibt Haas, „bekommen keine Stimme“ -  konsequenterweise ein Stück für eine Solotrompete, im Konzert von Windkraft übernimmt Patrik Hofer diesen fordernden Part.

Mit „ ... über den Atem, die Stille und die Zerbrechlichkeit...“ werden die Bläser von Windkraft in ungewohnter Manier gefordert:  zartestes Spiel und ein Klangbereich, der „selten zuvor so konsequent durchschritten worden ist“ (Paul Blaha). Für aufmerksame Ohren ein Erlebnis, die besondere Harmonik herauszuhören, die sich durch die Intervallstruktur der Obertonreihe und die engstufigen Intervallfortschreitungen ergibt.

Erfahrene Zuhörer*innen werden auch in Arbos von Arvo Pärt die unterschiedlichen „Schichtungen“ dieses Kanons erkennen. Ein Baum mit seinen Verzweigungen gab das Bild für diese Komposition.
Fast schon ein Kontrapunkt zur Stille bildet die elementare Kraft von Iannis Xenakis Khal Perr aus dem Jahre 1986.

Eröffnet und beendet wird das Konzert mit einer Fanfare to break the silence von Mathilde Wantenaar, das erstmals in Österreich zur Aufführung kommt. Komponiert wurde das Stück für das erste Konzert in Rotterdam nach dem 1. Lockdown.

Somit liegt über diesem Konzert auch der Nachhall an ein Jahr, das den Konzertbetrieb vielfach zum Verstummen brachte. Die „Luft zum Spielen“  der Bläser von Windkraft blieb „ohne Ton“ im Konzert.  Corona hat seine Spuren hinterlassen, die zum Nachdenken zwingen.
Wie essentiell die „Luft zum Atmen“ auch im übertragenen Sinn ist, lässt ein Zitat aus Beethovens Fidelio erahnen, das Kasper de Roo in dieses Konzert begleitet. Am Ende des ersten Akts singt der Chor der Gefangen, beim kurzen Freigang aus dem Kerker.

"O welche Lust, in freier Luft den Athem leicht zu heben!  Nur hier, nur hier, nur hier ist Leben, die Kerker eine Gruft..."