ENSEMBLE MODERN

Kontrastreiche Werke von Beat Furrer, Rebecca Saunders & Justė Janulytė
Veranstalter:
Klangspuren Schwaz
  • Preis €: 22 / 16,50 / 11 / 6
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Rebecca Saunders
Rebecca Saunders | © Astrid Ackermann
Veranstalter:
Klangspuren Schwaz
  • Preise €: 22 / 16,50 / 11 / 6
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Freitag
06.09.24
Beginn
20.00
Ort
Großer Saal

Info

19.15 Uhr: Einführung mit Justė Janulytė und Gunter Schneider
Mit Pause

Programm

Justė Janulytė Unanime für 8 Trompeten
Beat Furrer linea dell'orizzonte
Justė Janulytė Unanimus for 8 Streicher
Rebecca Saunders Skull für Ensemble

Mitwirkende

Ensemble Modern
streichquartett quartissimo des Tiroler Landeskonservatoriums
Enno Poppe , Dirigent

Inhalt

Komponist:innen schreiben nicht einfach nur Töne, sie sind immer auch Forschende – auf der Suche nach dem Ursprung der Klänge, nach dem, was sie zusammenhält: «Das Material ist der Klang, aber es ist auch alles dazwischen», sagt die Siemens-Preisträgerin Rebecca Saunders in einem Interview. Ihr Werk Skull, vergangenes Jahr vom Ensemble Modern uraufgeführt, nimmt die Hörer:innen mit an die Quelle – ins Innere des Schädels, den Ort, an dem die Gedanken entstehen, umherschwirren, scheinbar durcheinanderlaufen. Es bildet nach Scar und Skin den dritten Teil eines Triptychons aus schattenhaften, kontrastreichen Klängen, die dem tiefsten Innern des Orchesters zu entspringen scheinen, sich roh und ungeschliffen aus den Saiten und Trichtern herauswinden und im besten Sinne Einblick geben unter die Oberfläche der kompositorischen Forschungsarbeit. 

Beat Furrer wirft in seinem Werk linea dell’orizzonte dagegen den Blick in die Ferne, wo sich aufgrund physiologischer Grenzen die Details verlieren, wo Himmel und Land zu verschwimmen scheinen und nur unscharfe Silhouetten zurückbleiben: Zwei klangliche Extreme – absteigende Glissandi und lang gehaltene hohe Töne – schweben wie von Fliehkräften getragen um eine unsichtbare, unhörbare Mitte herum.
Von Justė Janulytės Unanime erklingt die kürzere von zwei Versionen: In der Ausarbeitung für acht Trompeten agieren die Instrumente „wie ein einziger Körper“, wie die Komponistin sagt, «wie eine Orgel mit verschiedenen Pfeifen, die den gleichen Atem, die gleiche Seele teilen.» Das zweite Werk der Komponistin an diesem Abend ist vom Titel her nicht zu verwechseln mit Unanime: Unanimus für acht Streicher stammt aus dem gleichen Jahr und legt einen programmatischen Schwerpunkt auf die Zahl 8, ein «Symbol für Unendlichkeit und den konstanten, kreisförmigen Fluss von Zeit und Energie», wie die Komponistin schreibt. In beiden Werken spielt Janulytė mit der Verschmelzung von Klängen und ihren Quellen – ist hier eine Geige zu hören oder imitiert eine Stimme den Klang eines Streichinstruments? Komposition wird zu einer Art Farbenlehre.